Radreise glücklich beendet

25.05.2019 Mittewald – Schwaz 111,7 km und 1118 Hm

Das schöne Wetter legte heute leider wieder eine Pause ein. So starteten wir von unserem Gasthof Thaler zum Brenner-Radweg. Immer wieder mussten wir steile Anstiege und Abfahrten bewältigen.

Nach 17 km erreichten wir das schöne Städtchen Sterzing.


Blick vom Radweg auf Gossensass

Viele Fernradler begegneten uns auf dem Weiterweg, die alle den Fernradweg München – Venedig befuhren. Punkt 12 Uhr erreichten wir die Brenner- Passhöhe mit 1370 m Höhe.

Bis dahin hatten wir schon gut 800 Höhenmeter erklommen. Bei der Abfahrt begann es zu regnen und so legten wir in Steinach eine Kaffeepause ein.

In Matrei bogen wir auf die rechte Talseite ab, die zwar recht schön ist, aber auch einige längere bis zu 12 % steile Anstiege mit sich bringt. So waren weitere 280 Höhenmeter zu überwinden.

Ab Igls ging es dann sehr steil hinunter nach Innsbruck (133.000 Ew. und 580 m hoch). Wegen einer Sportveranstaltung waren große Teile der Altstadt gesperrt.


Nach einer Pause folgten wir dem Innradweg und beendeten die heutige Tour in Schwaz.


Schwaz am Inn


26.05.2019 Schwaz – Achensee – Peiting 134,6 km und 1305 Hm

Bei bedecktem Himmel und noch regennassen Straßen fuhren wir weiter nach Jenbach. Hier begann die schweißtreibende Auffahrt auf dem Radweg hinauf zum Achensee. Extrem steil, mit einigen Schiebepassagen, ging es bis zu einer Baustelle. Hier wechselten wir auf die Hauptstraße, die mit 6 % Steigung bis zum Achensee gut zu befahren war.


Blick ins Inntal bei der Auffahrt zum Achensee

Der Achensee liegt wunderschön eingebettet zwischen Karwendel und Rofangebirge.

Danach ging es hinab zum Sylvensteinstausee und über Lenggries nach Bad Tölz.


An der Isar entlang


Bad Tölz

Auf überwiegend geschotterten Radwegen ging es an der Ammer entlang und recht hügelig durch das Voralpenland über Penzberg nach Peißenberg. Mit einem letzten Aufstieg hinauf nach Peiting beendeten wir den recht anstrengenden Radltag.

In einem sehr guten Hotel kamen wir unter und mit einem ausgezeichneten Abendessen beendeten wir den Tag.


27.05.2019 Peiting – Laupheim 123,3 km und 846 Hm

Mit müden Beinen von den letzten Tagen starteten wir bei unsicherem Wetter zur letzten Etappe in die Heimat. Über Schongau ging es weiter durch das hügelige Voralpenland nach Obergünzburg.

Von hier folgte der letzte lange Anstieg hinauf nach Berg. Immer drohende Wolken drängten zur Eile und so erreichten wir zur Mittagszeit Ottobeuren, wo wir eine kurze Mittagsrast einlegten.

Die restliche Strecke über Memmingen, Fellheim, Kirchdorf und durch das Illertal, war uns durch viele Radtouren in der Heimat bestens vertraut.


Rathaus in Memmingen


In der Altstadt von Memmingen

Ein letzter Wechsel vom Rottal ins Rottumtal folgte und um 16 Uhr kamen wir trocken zu Hause an.


Den ganzen Tag über verfolgten uns drohende Wolken.

So ging nach 2958 km und 22517 Höhenmetern eine interessante aber auch sehr witterungsabhängige Radreise glücklich zu Ende.

Südtirol bei Traumwetter

21.05.2019 Ferrara – Padua 86,5 km und 97 Hm

Beim Frühstück trafen wir die beiden Hamburger wieder, die im gleichen Hotel nächtigten. Bei bewölktem Himmel fanden wir gut aus Ferrara hinaus. Meist ging es heute auf guten Radwegen oder kaum befahrenen Nebenstraßen dahin. Zunächst führte unsere Route zum Po und auf dem Dammradweg ging es flott dahin.

Auch in der Folge ging es häufig auf Dammradwegen an Kanälen und Flüssen, unter anderem an der Etsch, entlang.

Nach 40 km erreichten wir Rovigno (51.000 Ew.) wo ein großer Markt stattfand. Nach weiteren 30 km kamen wir nach Monselice, wo sich Frieda einen Plattfuß am Hinterrad einfing. Schon wenige km später war der Reifen erneut platt und wir mussten einen neuen Schlauch aufziehen.


Reifenpanne


Mit neuem Schlauch ging es weiter Richtung Padua.

Beide Pannen konnten wir problemlos beheben und erreichten kurze Zeit später Padua (210.000 Ew.). Bei Temperaturen bis 20°C und ohne Regen verbrachten wir eine angenehme Etappe. In der der Altstadt bezogen wir ein Hotel und verbrachten den restlichen Tag in der wunderschönen Stadt.


Prato della Valle mit Basilica e Abbazia di Santa Giustina


Palazzo della Ragione


Basilika di Sant`Antonio in Padua


Prato della Valle


Das haben wir uns verdient!


22.05.2019 Padua – Feltre/Zermen 89,3 km 614 Hm

Aus Padua, einer radfahrfreundlichen Stadt, fanden wir gut hinaus und fuhren an Kanälen entlang zum 40 km entfernten Castelfranco.


Fahrt hinaus aus Padua.


Hier war der Radweg vom Hochwasser noch überflutet aber an einer Engstelle konnten wir zu Fuß unsere Räder und Taschen vorbeitragen.

Dies war unser 3. Besuch der mittelalterlichen Stadt mit dem Rad, da wir schon auf verschiedenen Strecken hier durchkamen.


Weiter ging es auf Nebenstrecken aber auch auf der viel befahrenen Hauptstraße nach Feltre (21.000 Ew.).


Feltre

Damit hatten wir das flache Gelände der Poebene hinter uns gelassen und sind nun in den südl. Dolomiten angekommen. Bei angenehmen Temperaturen bis 20°C und meist bedecktem Himmel machte das Fahren wieder Spaß.


23.05.2019 Feltre/Zermen – Cortina d` Ampezzo 112,8 k und 1612 Hm

Schon um 7:20 Uhr saßen wir auf unseren Rädern, da eine anspruchsvolle Etappe bevorstand. Die Wolken hingen noch tief vom vorabendlichen Gewitter und auch die Straßen waren noch nass, als wir die ersten 40 km nach Belluno (36.000 Ew. und 390 m hoch) in Angriff nahmen.


Belluno mit Piave

Nach 50 km hatten wir bereits 480 Höhenmeter in den Beinen und waren gerade mal so hoch wie am Ausgangspunkt. Einige Baustellen und Umleitungen mit Barrikaden wurden uns in den Weg gestellt.

Manche umfuhren wir und eine ignorierten wir und schoben unsere Räder durch, um uns einen größeren Umweg zu ersparen. Weiter ging es dann ein Stück auf der Hauptstraße aber 2 ca. 1,5 km lange Tunnel ließen keine große Freude aufkommen, so dass wir wieder auf eine Nebenstraße abbogen. Auf der linken Seite der Piaveschlucht ging es nun nach Pieve di Cadore auf 880 m hinauf.

Von hier aus ging es auf einer aufgelassenen Bahntrasse weiter hinauf bis zu unserem heutigen Tagesziel, Cortina d`Ampezzo (5.800 Ew.) auf 1284 m Höhe.


Ehemaliger Bahnhof

Im Laufe des Tages wurde das Wetter immer besser und die noch verschneiten Gipfel der Dolomiten leuchteten im Sonnenschein.


24.05.2019 Cortina d`Ampezzo – Mittewald 95,9 km und 754 Hm

Ein Traumtag! Wolkenloser Himmel, super Fernsicht und Temperaturen von 7°C – 26°C. Nach einem guten Frühstück machten wir uns wieder auf, den Bahnradweg hinauf zum Passo Chiambanche 1530 m, zu befahren. Der Weg ist naturbelassen und ab und zu grob geschottert. Dies verlangsamte zwar das Vorwärtskommen aber wir hatten dafür jede Menge Zeit, die herrliche Landschaft zu betrachten. Landschaftlich großartig führt die ehemalige Bahnstrecke durch Tunnel und über Brücken, die tiefe Schluchten überqueren.

Nach dem Pass wechselten wir bis Toblach auf die Hauptstraße.


Dürrensee mit Cristallogruppe


3 Zinnen

Dann ging es auf dem Pustertal-Radweg weiter nach Bruneck.


Bruneck

Dort legten wir eine Mittagsrast ein, bevor es mit einigen Steigungen meist auf Naturwegen bis Franzensfeste weiter ging. Von hier waren es nur noch 4 km, bis wir unsere Unterkunft in Mittewald erreichten.


Die Etsch bei Franzensfeste

Über den Apennin zur Poebene

17.05.2019 Florenz – Pistoia 47,7 km und 170 Hm

Ursprünglich wollten wir in Florenz einen Ruhetag einlegen aber wir beschlossen, stattdessen eine Kurzetappe zurück zu legen. Die 11 km hinaus aus Florenz dauerte eine ganze Stunde, da Baustellen, Einbahnstraßen und viele Ampeln, bei stressigem Verkehr, uns aufhielten. Immer wieder waren wir von Autobahnen umzingelt und oft war es nicht ganz einfach, einen Durchschlupf mit den Rädern zu finden.

Nach 2 Stunden erreichten wir Prato, mit 192.000 Ew. die zweitgrößte Stadt der Toskana. Hier befindet sich das Zentrum der italienischen Textilindustrie, die aber inzwischen fast gänzlich in Hand der Chinesen ist.

Weiter ging es dann nach Pistoia. Wir fanden ein nettes Hotel im Altstadtbereich und erkundeten dann noch die Sehenswürdigkeiten. In Pistoia (90.000 Ew.) ist die Altstadt von einer Stadtmauer umgeben.

Heute führte die 1000 Miglia durch Pistoia. Miglia (Abkürzung: MM; italienisch: Mille „Tausend“, Miglia „Meilen“) bezeichnete ein Autorennen über öffentliche Straßen auf einem Dreieckkurs im Norden von Italien in den Jahren von 1927 bis 1957 Mille. Seit 1977 findet jeweils im Mai als viertägige „Mille Miglia Storica“ eine jährliche Neuauflage mit historischen Fahrzeugen statt, deren Typen damals teilgenommen hatten.

Hierbei wird nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit gefahren, sondern auf Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit.


18.05.2019 Pistoia – Porretta Terme 36,9 km und 743 Hm

Auf die Wettervorhersage war wieder kein Verlass. Es sollte bewölkt aber trocken sein, aber schon bei der Abfahrt vom Hotel regnete es leicht. So zogen wir gleich unsere Regenklamotten an und waren so für die weitere Fahrt richtig ausgerüstet. Vom Ortsausgang führte uns ein schmales und einsames Sträßchen steil bergauf.

Zwar waren wir nahezu alleine unterwegs aber dafür war es mit Steigungen bis 21 % extrem steil und, da selbst das Schieben sehr anstrengend war, kamen wir nur langsam vorwärts. Nach Erreichen der Hauptstraße legten wir bei stärker werdendem Regen eine längere Kaffeepause ein. Danach ging es bei moderaten Steigungen von 4% - 5% weiter. Auf 808 m Höhe folgte ein 1,1 km langer Tunnel, der uns die Auffahrt bis zum 942 m hohen Passo di Collina ersparte. Die nun folgende Abfahrt wäre bei schönem Wetter sicher ein Genuss gewesen. Aber der Regen und die tiefhängenden Wolken ließen keine große Freude aufkommen.

Daher beendeten wir im Thermalort Porretta Terme auf 350 m Höhe (4750 Ew.) unsere heutige Etappe und fanden völlig durchnässt und halb erfroren um 12 Uhr Unterschlupf in einem Hotel.


Porretta Terme

Porretta Terme – Bologna/Lovoleto 73,2 km und 213 Hm

Nach dem Frühstück warteten wir noch bis 9:30 Uhr, bis der Regen wenigstens etwas nachließ.


Trister Ausblick vom Hotelzimmer

Die eigentlich schöne Strecke am Fiume Reno entlang war wolkenverhangen und es kam mal mehr, mal weniger Nass von oben.

Gegen 14 Uhr erreichten wir Bologna (390.000 Ew.), wo wir auf gut ausgeschilderten Radwegen ins Zentrum gelangten. Im Juni 2006 besuchten wir schon einmal die Stadt bei unserer Radtour von Istanbul zum Bodensee. Auf dem Weg in die Altstadt trafen wir noch auf 2 Radler aus Hamburg, die nach Rimini unterwegs sind.

Nach der Besichtigung der Stadt fuhren wir noch ca. 10 km bis zu einem kleinen Vorort, wo wir in einem B&B gebucht hatten. Hier konnten wir mal wieder selbst kochen und früher als sonst üblich das Abendessen einnehmen.


20.05.2019 Bologna/Lovoleto – Ferrara 40,9 km und 43 Hm

Nach einem hervorragenden Frühstück in unserem B&B setzten wir unsere Reise bei Nieselregen fort.

Auf der nahezu ebenen Strecke kamen wir gut vorwärts. Getreidefelder und Obstplantagen prägen in diesem Teil der Poebene das Landschaftsbild. Durch die ergiebigen Regenfälle der letzten Zeit stehen viele Felder teilweise unter Wasser. Schon zur Mittagszeit erreichten wir Ferrara, wo wir in einem modernen 4 Sterne Hotel mit Frühstücksbuffet für 55,00 € gebucht hatten.

Später machten wir uns, mit einem Stadtplan bewaffnet, auf, die historische Altstadt zu besichtigen.


Viele Radler sind in der Studentenstadt unterwegs.


Palazzo Municipale


Castello Estense ist vollständig von einem Wassergraben umgeben

Ab und an blinzelte am Mittag die Sonne durch die Wolkendecke und es blieb trocken bei 19°C.

Wunderschöne Toskana

14.05.2019 Perugia – Arezzo 88,6 km und 618 Hm

Der Wetterbericht kündigte für heute trockenes aber recht stürmisches Wetter an, was dann auch zutraf. Die Ausfahrt aus Perugia war recht kompliziert, da viele Einbahnstraßen, Autobahnauffahrten und extrem schlechte Straßen wieder volle Konzentration erforderten.


Mini Metro. Um den Verkehr von der Altstadt fern zu halten gibt es riesige Parkplätze außerhalb. Mit Liften und dieser Mini Metro können die Besucher so die Altstadt erreichen.

Auf Radwegen erreichten wir den Lago Trasimero, an dem wir entlangfuhren.


Immer wieder landet man auf ausgewiesenen Radwegen auf kaum fahrbare Strecken.

Danach wurde das Gelände hügeliger und wir sammelten wieder einige Höhenmeter, bevor wir um 15 Uhr Arezzo (100.000 Ew.) erreichten. Somit befinden wir uns wieder in der Toskana. Arezzo wurde von den Etruskern besiedelt und gehörte zu den mächtigsten Orten des Etruskerreiches. Die Stadt liegt etwas abseits der üblichen Touristenrouten, hat aber imposante Paläste und herrschaftliche Patrizierhäuser, sowie monumentale Sakralbauten.


15.05.2019 Arezzo – Siena 64,9 km und 883 Hm

Problemlos ging es aus Arezzo hinaus. Schon bald konnten wir auf eine ruhige Nebenstraße wechseln. Nach ca. 20 km durchfuhren wir den schönen Ort Monte S. Savino und von dort ging es ca. 10 km auf gut fahrbarer Steigung über einen bewaldeten Höhenrücken hinauf auf 600 m Höhe.


Monte S. Savino

Es folgte eine ebenso lange Abfahrt hinunter auf 200 m Höhe, wo wir total ausgekühlt - durch den immer noch sehr kalten Wind – ankamen. Bei der Weiterfahrt nach Siena wurde es immer hügeliger und die Höhenmeter summierten sich.

Sienas Altstadt wird von einem mächtigen Mauerring eingerahmt und durch eines der mächtigen Stadttore gelangten wir in die Altstadt.

Um 13 Uhr erreichten wir unser Hotel und hatten so noch den ganzen restlichen Tag Zeit, die vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.


Siena, Plazza del Campo mit Rathaus und 102 m hohem Torre del Magia


Über enge und steile Gassen geht es in die Altstadt


Duomo Santa Maria. Dies ist das herausragendste und bedeutendste gotische Bauwerk aus schwarz-weißem Marmor von ganz Italien.

Leider bewegen sich die Temperaturen noch immer auf sehr mäßigem Niveau und vor allem der kalte Wind macht uns zu schaffen. Aber zum Glück blieben wir wieder trocken und auch die Sonne blinzelte manchmal durch die Wolkendecke.


16.05.2019 Siena – Florenz 78,1 km und 937 Hm

Bei wolkenlosem Himmel aber lausigen 5°C starteten wir von Siena um 7 Uhr. Auch heute war das Gelände wieder sehr hügelig und mehrere, auf Hügeln gelegene Orte, mussten erklommen werden.

Dafür wurde es aber im Laufe des Tages immer wärmer und auch der Wind spielte keine Rolle mehr. Wir fuhren durch das Weinbaugebiet des Chianti, der an den Berghängen angebaut wird.


Neben Wein werden auch Oliven angebaut.

Der Verkehr war auf der gesamten Strecke sehr gering und auch die Straßen waren meist recht ordentlich zu befahren. Bei dem sonnigen Wetter machte heute das Radeln trotz der vielen Höhenmeter wieder richtig Spaß. Schon um 13 Uhr erreichten wir unser Hotel am Rande der Altstadt von Florenz (380.000 Ew.) und nutzten die verbleibende Zeit bis zum Abend, die großartigen Plätze und Gebäude anzusehen.


Duomo di Santa Maria dell Fiore


Überall Menschenmassen


Palazzo Vechio


Ponte Vecchio


Florenz, die Stadt am Arno