Kontrastprogramm zum Radfahren

28.03.2017  Tamatattouche – Tinejdad  88,2 km  207 Hm

Ein Frühstück auf der Terrasse bei herrlichem Sonnenschein aber noch kühlen Temperaturen auf immer noch 1947 m machte gute Laune für den kommenden Tag. Leider hat ein Tacho seinen Geist aufgegeben. Das Gerüttel vom Vortag war ihm anscheinend zu viel. Trotz neuer Batterie ließ er sich nicht mehr wiederbeleben. Durch die imposante Todraschlucht verlief unsere Weiterfahrt.


Andrang im Klettergarten

In den grandiosen Felswänden waren Kletterer in verschiedenen Routen unterwegs. Immer wieder hielten wir an, um Fotos von dieser faszinierenden Landschaft zu machen.



Danach ging es weiter nach Tineghir, wo wir eine Mittagsrast einlegten. Unser Routenplaner schickte uns hier zunächst durch den Souk und anschließend mitten durch die Oase. Es dauerte eine Stunde, bis wir mit Schieben und Tragen  wieder auf eine befestigte Straße gelangten.


Bachüberquerung auf einem wackligen und schmalen Brett


Quer durch die Oase

Danach ging es trotz Gegenwind in flotter Fahrt über das etwa 1000 m hoch gelegene Plateau nach Tinejdad. Hier fanden wir eine tolle Unterkunft mit prima Küche in einer ehemaligen Kasbah.


Unser bisher schönstes Schlafzimmer


29.03.2017  Tinejdad – Rissani – Merzouga  115,1 km  115 Hm

Nach einer total ruhigen und erholsamen Nacht in der schönen Kasbah machten wir uns nach dem Frühstück auf und nahmen die Strecke Richtung Sahara in Angriff. Der Straßenbelag war sehr rau und teilweise beschädigt. Trotzdem kamen wir auf der flachen und verkehrsarmen Wüstenstrecke flott vorwärts.



Einige Oasen und Straßendörfer, die wenig Abwechslung boten, lagen an der Strecke, an der immer mehr Sand zu sehen war.


Die Schulkinder fahren immer nebeneinander


Viehtransporter


Gegenverkehr



In Erfoud bogen wir Richtung Rissani ab und erreichten den Ort um 16:30 Uhr. Wir schauten uns dort gerade nach einem Hotel um, als uns ein deutsch sprechender Marokkaner zu sich einlud. Da Rissani kein schöner Ort war, bot er uns an, uns die 35 Kilometer nach Merzouga zu fahren, da dieser Ort direkt an den Dünen der Sahara liegt. Dort besitzt er ein Guesthouse, in dem wir die nächsten 2 Nächte verbringen. Das Haus ist neu und sehr gemütlich eingerichtet. Von der Dachterrasse aus bietet sich ein einmalig schöner Blick auf die Sanddünen der Sahara.


Die Sanddünen von der Dachterrasse aus


30.03.2017  Ruhe- und Ausflugstag

Nach dem Frühstück in unserem geschmackvoll eingerichteten Guesthouse wurden wir um 10 Uhr von  Mohamed, unserem Fahrer, zu einer Rundtour um die Sanddünen abgeholt.

Bei dieser 5 stündigen Tour bekamen wir viele interessante Einblicke über das Leben der Nomaden und die Geologie der Gegend vermittelt. Seit 3 Jahren hat es hier nicht mehr geregnet und die Seen sind alle vertrocknet. Die Temperaturen lagen heute am Mittag bei 31°C auf einer Höhe von ca. 700 m.

Die algerische Grenze ist hier nur noch wenige Kilometer entfernt, während es bis zum nächsten offiziellen Grenzübergang rund 600 Kilometer sind.


Start zur Rundfahrt


Schwerstarbeit an einer Mineralienmine


Versteinerter Fisch


Fata Morgana


Besuch bei den Nomaden


Teepause im Nomadenzelt mit Mohamed

Nach einer etwas längeren Mittagspause brachen wir gegen Abend noch zu einem Kameltrecking in die Sanddünen zum Sonnenuntergang auf.

Zum Finale dieses Ruhetages gab es in unserem Guesthouse noch ein Menü mit einer erstklassigen Tajine, die den gelungenen Tag abrundete.

 

Im Land der Berber

25.03.2017  Quarzazate – Ait Sedrate  100,2 km  849 Hm

Bei 12°C und einem böigen und kalten Gegenwind begannen wir die heutige Etappe auf der Straße der Kasbahs. Bis zur Mittagszeit konnten wir gerade mal 40 Kilometer mühsam hinter uns bringen.


Mehrere Seen befinden sich nahe bei Quarzazate


So summieren sich die Höhenmeter


Kasbah

In Wellen verlief die Strecke vielfach durch eine öde Steinwüste. Für etwas Abwechslung sorgte das Zusammentreffen mit einem französischen Radlerpaar mit ihrem Tandem, das sich seit Monaten auf Tour befindet.


Weidende Dromedare

Die zwar nicht sehr langen und auch nicht steilen Anstiege erforderten wegen des Gegenwindes wieder all unsere Kräfte. Zum Glück ließ der Wind am Nachmittag etwas nach und auf den letzten 20 Kilometern wurde es auch wieder wesentlich interessanter.


Interessante Felsformationen

Eine Oasensiedlung reihte sich an die nächste und fast in jedem Ort gab es eine Kasbah zu bestaunen. Hier werden im ganzen Gebiet Rosen zur Parfumherstellung angebaut. Nach 100 km beendeten wir  an einer Raststätte mit einem Hotel unsere Fahrt.


Kasbah


26.03.2017  Ait Sedrate  - M`Semrir  74,5 km  1176 Hm

Unser Frühstück ließ heute lange auf sich warten. Vielleicht lag es ja an der Umstellung auf die Sommerzeit, denn das Personal war noch recht verschlafen. Bei kalten 10°C radelten wir zunächst weiter durch die Oasenlandschaft. In Boumaine Dades folgten wir der Straße in Richtung Dadesschlucht.


Boumaine Dades

In ständigem Auf und Ab ging es die ersten ca. 20 Kilometer bis zum Schluchtbeginn durch eine sich ständig verändernde Landschaft.

Bei der ersten Verengung der Schlucht führten einige Serpentinen steil hinauf zu einem Hotel mit traumhafter Aussicht.


Eine kurze aber bis 13% steile Serpentinenstrecke

Die Route blieb auch weiterhin sehr abwechslungsreich und schließlich erreichten wir nach einigen weiteren Serpentinen den Pass auf 2038 m.


Engstelle in der Dadesschlucht


Tief unter uns die Dadesschleife

Von hier waren es nur noch 7 km bis zu unserer Unterkunft auf 1947 m. In der Maison d`Hote fanden wir ein schönes Domizil mit freundlichen Gastgebern, die uns auch gut verpflegten.

 

27.03.2017 M`Semrir – Pass 2623 m – Tamtattouchte  45,6 km  780 Hm

Nach einem guten Frühstück und mit Reiseproviant versehen verließen wir die gut geführte Unterkunft bei 5°C.

Nach 3 Kilometern ging es ab zu unserer Piste nach Tamtattouchte. Sehr viel Sand, Geröll, loser und tiefer Schotter sowie grobe Felsstücke machten es uns mit unserem schweren Gepäck meist unmöglich, die Piste zu befahren.


Am Beginn ist die Piste noch gut zu befahren


Immer öfter müssen wir schieben


Dem Hirten überließen wir einen Teil unseres Brotes


Steine, nichts als Steine

So schoben wir die nicht sehr steile Strecke die meiste Zeit bis zur Passhöhe, die wir nach 18 km erreichten. Ein Hirte mit seinen Tragtieren sowie 3 Allradautos und einige Enduro Motorräder waren die Einzigen, die uns bis zum Pass begegneten.


Endlich ist der Tizi-n-Tirherhouzine mit 2623 m erreicht


Der erste Teil der Abfahrt von der Passhöhe aus

Die Abfahrt machte von der Passhöhe aus einen ganz ordentlichen Eindruck doch leider ließ auch hier die Qualität der Piste bald nach.


Schwer zu befahren für Tourenradler

So nahm auch die Abfahrt noch viel Zeit in Anspruch und kostete uns viel Kraft. Nach 9 Stunden erreichten wir unser Tagesziel, wo wir schon erwartet wurden. Die Piste ist derzeit in einem Zustand, der es Reiseradlern extrem schwer macht, sie zu befahren. Bei der Abfahrt begegneten uns noch einige Mountainbiker, die sich auch ohne Gepäck abmühten. Mit einem hervorragenden Abendessen ließen wir den Abend in der schönen Unterkunft ausklingen.


Unsere Unterkunft in Tamtattouchte

 

Sandgestrahlt

21.03.2017  Taroudant – Taliouine   122,4 km  1126 Hm

Bei kühlen 14°C und wolkenlosem Himmel verließen wir Taroudant (326 m).



In gleichmäßiger und sehr angenehmer Steigung - dafür mit Gegenwind - brachten wir die ersten 53 km hinter uns. Hier bogen wir von der Strecke nach Marrakesch in östlicher Richtung ab. Wieder konnten wir den Duft der Zitrusbäume genießen.



Die gesamte Strecke befindet sich in einem Tal zwischen dem Antiatlas im Süden und dem Hohen Atlas im Norden. Weiter führte die wenig besiedelte Strecke in leichter Steigung bergan. Nur 2 größere Orte lagen am Weg, wo wir jeweils eine Rast einlegten.


Marokkanischer Minztee (Berberwhiskey)


Ausgetrocknetes Flussbett


Nach einer langen Baustelle erreichten wir unseren geplanten Zielort aber das einzige Hotel am Ort hatte geschlossen. So kämpften wir uns über die nächste Baustelle und weitere Höhenmeter vorwärts bis wir schließlich in einer Auberge in Talwine unterkamen.


22.03.2017  Taliouine – Taznakht  82,5 km  1042 Hm

Wieder schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und bei angenehmen Temperaturen ging es auf die 1843 m hohe Passhöhe.


Ausblick am Morgen von unserer Unterkunft


Mandelbaumblüte

Die Steigungen waren gut zu bewältigen. In dieser Höhe wurden noch Aprikosen und Safran angebaut. Ein angenehmer Rückenwind erleichtere uns das Vorwärtskommen. Es wurde immer wüstenhafter und nur wenige Oasensiedlungen lagen auf dem kargen Hochplateau. Nur selten waren Hirten mit ihren Ziegen und Schafen zu sehen.



Die letzten 34 Kilometer bei leichtem Gefälle und Rückenwind waren ein Genuss und nach einer guten Stunde erreichten wir unser Tagesziel. In einem einfachen Hotel fanden wir Unterkunft und konnten in Gesellschaft eines Hamburger Radlerpaares einen netten Abend bei einer guten Tajine verbringen.


23.03.2017  Taznakht – Quarzazate 88,5 km  847 Hm

Der Morgen begrüßte uns mit einem heftigen Gegenwind von einem blauen Himmel.

Mühsam kämpften wir uns auf den 1691 m hohen Pass.



Auch danach blieb uns der kräftige Gegenwind erhalten und selbst bergab kamen wir nur mit zusätzlichem Treten in die Pedale vorwärts. Nur 2 Orte durchfuhren wir auf der sonst einsamen Wüstenstrecke. Abwechslung boten die verschiedenen Felsformationen und die vielfarbigen Gesteine der Landschaft.



Am Nachmittag nahm der Sturm weiter zu und wir kamen nur noch mit größtem Kraftaufwand vorwärts. Der aufgewirbelte Sand wirkte wie ein Sandstrahlgerät und schmerzte an allen unbedeckten Stellen des Körpers. Ab und an stiegen wir vom Rad und schoben dieses, um nicht von der Straße abzukommen oder in den Verkehr geweht zu werden.


Oranartiger Sturm

Auf den letzten ca. 20 km hatten wir nach einer Richtungsänderung noch Rückenwind.  Nach dieser Quälerei erreichten wir unseren Zielort und waren froh, den Höllenritt gesund überstanden zu haben.


Ankunft in Quarzazate 


24.03.2017 Ruhetag

Zur Erholung gab es heute einen Ruhetag. Diesen hatten wir uns auch redlich verdient. Gestern hatten wir wegen des Sturmes auf eine Besichtigung des Lehmdorfes Ait Ben Haddou verzichtet. Dieses liegt am Fuße des Hohen Atlas. So nahmen wir heute ein Taxi und ließen uns nach Ait Ben Haddou fahren. Auch heute wehte noch ein starker Wind.
Die befestigte Berbersiedlung am Ufer des Asif Mellah ist beeindruckend. Viele historische Filme wurden dort schon abgedreht. Das Stampflehmdorf aus dem 11. Jh. lag an der legendären Karawanenstraße zwischen Marrakesch und Timbuktu.



Später besichtigten wir noch die Kasbah Taourirt in Quarzazate. In den total verschachtelten Räumen auf verschiedenen Ebenen wohnten früher Großfamilien.

 

Unterwegs vom Atlantik zum Hohen Atlas

18.03.2017  Essaouira – Imsouane  101 km  1178 Hm

Nach einem Frühstück auf der Hotelterrasse ging es um 7:40 Uhr zunächst an einem mehrere Kilometer langen Sandstrand aus Essaouira hinaus.


Ausblick von der Frühstücksterrasse


Radweg entlang der Sandstrände

Danach führte die Straße vom Atlantik weg und es mussten mehrere Hügel überwunden werden.


Ziegen klettern auf die Bäume

Nach der Mittagsrast folgten wir einer Nebenstraße, die einsam durch wenige Siedlungen verlief. In steilem Auf und Ab und mehrere Kilometer über eine grobe Schotterstrecke gelangten wir zu einer schmalen Panoramastrecke mit herrlichem Blick auf den Atlantik.


Schotterpiste


Essbare Kakteenfrüchte


Blick auf den Atlantik von der Panoramastraße

In Imsouane, einem bei Surfern beliebten Ort, stellten wir unser Zelt auf dem örtlichen Campingplatz auf. Mit einem deutschen Radler-Zeltnachbar gelangten wir auf Schleichwegen in den Ort und kauften Gemüse und Getränke für das Abendessen ein. Während des Essens begann es zu regnen und die Gewitterwolken ließen uns schnell ins Zelt flüchten.


Imsouane


19.03.2017  Imsouane – Agadir  93 km  1115 Hm

Nach einer fast schlaflosen Nacht, verursacht durch Regen und orkanartigem Sturm, bei dem wir nicht wussten, ob diesem unser Zelt standhalten würde, standen wir gerädert kurz nach 6 Uhr auf. 2 Stunden benötigten wir bis zur Abfahrt, da es immer wieder zu regnen begann, doch schließlich packten wir unser Zelt dreckig und nass ein und machten uns dann auf den Weiterweg. Bei leichtem Regen und starker Bewölkung musste gleich ein 4 Kilometer lange und zwischen 10% und 13% lange Steigung erkämpft werden.


Die ersten 400 Höhenmeter sind geschafft

Die restliche Strecke war geprägt von ständigem rauf und runter.


Die letzten 40 Kilometer ging es bei inzwischen sonnigem Wetter an der Küste entlang nach Agadir, einer recht modernen Stadt. Am 29.2.1960 vernichtete ein verheerendes Erdbeben, das nur 15 Sekunden dauerte, die Stadt. Dabei starben rund 15000 Menschen.


Agadir


Unser Hotel in Agadir


20.03.2017  Agadir – Taroudant  80,3 km  324 Hm

Nach einem ausgezeichneten Frühstück setzten unsere Reise mit dem Ziel Taroudant fort. Am Vorabend hatten wir uns entschieden, auf  der ursprünglich geplanten Route weiter zu fahren (rote Linie). Nach ca. 10 km erreichten wir den Stadtrand von Agadir und fuhren auf der Radspur der Schnellstraße Richtung Osten.


Als unsere Straße von der Schnellstraße abzweigte wurde der Straßenbelag immer schlechter. Der grobe Asphalt war aufgebrochen und viele Löcher erforderte hohe Aufmerksamkeit und erschwerten das Vorwärtskommen. Die flache Landschaft war eher langweilig. Für Abwechslung sorgten die Zitrusplantagen, die angenehme Düfte verströmten.


Um 14 Uhr fanden wir im Zentrum von Taroudant ein einfaches Hotel. Nach dem Duschen  setzten wir uns in ein Restaurant wo wir ausgezeichnet verköstigt wurden. Danach besichtigten wir noch die quirlige Stadt mit ihrer riesigen Befestigungsanlage.


Taroudant ist erreicht