Nordkap erreicht

11.06.2015   Inari Lomakylä – Karigasniemi  90,8 km und 755 Hm

In der Nacht hatte es wieder geregnet und wir warteten in unserer Hütte die ersten drohenden Regenwolken noch ab. Kurz vor 8 Uhr starteten wir. Nach 20 Kilometer tranken wir zum Aufwärmen in einer Raststätte einen Kaffee. Dort hatten wir Wifi und so konnten wir unseren letzten Bericht versenden. Danach folgte eine Welle der anderen mit meist kurzen aber bis zu 12% steilen Anstiegen. Ein heftiger Gegenwind und immer wieder einsetzender Regen machte uns das Vorwärtskommen nicht einfacher. So steuerten wir zur Mittagszeit die nächste Raststätte an und warteten dort den nächsten Regenschauer ab. Auch auf dem Weiterweg bis zu unserem heutigen Zielort nahmen die Wellen kein Ende und zwischenzeitlich graupelte es auch noch. So waren wir froh, diese sehr anspruchsvolle Etappe geschafft zu haben und fanden wieder Unterschlupf in einer Hütte des CP in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Norwegen. Vier weitere Radler, die wir heute trafen, kämpften ebenso wie wir gegen die üblen Witterungsbedingungen. 


Abzweig zum Nordkap


Eine Welle nach der anderen


Portugiese mit Hund, seit 13 Monaten unterwegs


Steppenlandschaft mit Mooren

 

Fazit von Finnland:

Endlose Straßen durch Wälder mit meist langen Geraden
Viele schöne Seen und Flüsse
Viele einsame Strecken
Meist kaum bewohnt
Oft bis zu 60 km keine Versorgungmöglichkeit
Immer guter Kaffee zu bekommen
Der Verkehr nimmt nach Norden hin immer mehr ab
Die Landschaft verändert sich in Lappland: Wo vorher Fichten und Birken standen wachsen dort Kiefern und Birken und viele Moore sind zu sehen.
Die Preise  sind vielfach mit unseren in Deutschland vergleichbar
Wenn wir beim Essen waren bekamen wir gut und reichlich zu essen zu günstigeren Preisen als daheim
Hier oben wird es vom 16.5. bis zum 26.7. nicht mehr dunkel bei Nacht, dafür lässt sich die Sonne vom 24.11. bis 18.1. nicht mehr blicken
Sind Orte in der Karte angegeben, so sind oft nur wenige Häuser zu sehen oder im angrenzenden Wald verstreut.
Überall sind Spielautomaten aufgestellt. In der Tankstelle, in Gaststätten, in Läden und Supermärkten
Bei dem kalten Wetter, das wir zur Zeit haben, scheinen die Stechbiester zum Glück Flugverbot zu haben

 

12.06.2015   Karigasniemi - Stabbursnes 109,8 km und 804 Hm

Bei Sonnenschein, aber kräftigem Gegenwind und nur 7°C, erreichten wir die nur 500 Meter entfernte Grenze nach Norwegen schon um 6:30 Uhr. Bis zur 20 km entfernten Samenhauptstadt Karasjok ging es durch ein wunderbares Flusstal, das die Grenze zwischen Finnland und Norwegen bildet. Die Uhren wurden wieder um eine Stunde zurück gestellt und in Karasjok besorgten wir uns am ATM norwegische Kronen (NOK 100,-- NOK = 12,-- €). So konnten wir an einer Tanke auch wieder zu einem Kaffee kommen. Von Karasjok ging es zum höchsten Punkt der heutigen Etappe auf 360 m hinauf. Der Aufstieg war gut zu bewältigen, da er nie steiler als 6% war und der Wind nachgelassen hatte. Endlich bekamen wir wieder Berge zu sehen, die einfach für viel mehr Abwechslung sorgen. Die etwas höheren Gipfel, (ca. 1000 m hoch) sind alle noch mit Schnee bedeckt und in den Tälern fließen reisende Bäche und die Bäume und Wiesen beginnen gerade zu grünen. Dies ergibt bei entsprechendem Licht herrliche Farbkontraste. Auch heute ging es immer wieder auf und ab, aber im   Gegensatz zu gestern waren die Steigungen moderater und ohne Gegenwind gut zu bewältigen. Nach einer Mittagsrast trafen wir eine Schweizerin wieder, die wir gestern auf dem CP kennen gelernt hatten. Auch sie ist auf dem Weg zum Nordkap. Bei der Weiterfahrt begann es urplötzlich zu Hageln aber zum Glück war dieser Schauer nur von kurzer Dauer. Wir wurden zwar immer wieder von Regenwolken bedroht aber kamen ohne Dusche gut durch den Tag.   Kurz vor Erreichen des Porsangerfjordes kam plötzlich heftiger Wind mit Starkböen auf und wir konnten kaum noch unsere Spur halten. In Lakselv, am südl. Ende des Porsangerfjorde (120 km lang und damit viertlängster Fjord Norwegens) war der Wind so heftig, dass wir nur noch schiebend vorwärts kamen. Nachdem sich unsere Fahrtrichtung etwas geändert hatte und wir an den Berghängen des Fjordes entlang fuhren, wurde es zwar etwas besser, aber man musste hell wach sein, da kräftige Windböen ohne Ankündigung aus allen möglichen Richtungen versuchten, uns von der Fahrbahn abzudrängen. Diese letzten 18 km hatten es nochmals in sich und so waren wir froh, heil unser Ziel, den CP von Stabbursdalen zu erreichen. Dort fanden wir wieder in einer gemütlichen Hütte Unterkunft. Das kühle und windige Wetter bietet aber nicht nur Nachteile sondern hat den Vorteil, dass wir von der sonst üblichen Mückenplage bislang verschont wurden.


Grenzfluss zwischen Finnland und Norwegen


Die ersten verschneiten Berge in Sicht


Auf dem Weg zum Posangerfjord


Posangerfjord


2 wilde Gesellen auf dem Campingplatz

 

13.06.2015   Stabbursnes – Honningsvag  146,2 km und 1189 Hm

Wieder waren wir sehr früh auf den Beinen und verließen um 6:15 Uhr den CP. Der Wind war gut und das wollten wir nutzen. Die Strecke führte immer am Porsangerfjord entlang mit vielen kurzen Steigungen, deren höchste auf 80 Metern endete. Es lief mit Rückenwind gut und wir kamen flott voran. Nach 45 km, es war kurz vor 9 Uhr, legten wir eine Kaffeepause ein. Der Laden öffnete gerade. Nach Kaffee und Keksen ging es wieder weiter. Immer, wenn unsere Route nach Westen abbog, hatten wir mit heftigstem Gegenwind zu kämpfen, aber überwiegen waren wir Nutznießer dessen. Eigentlich wollten wir den Tag nach 95 km beenden und den CP von Repvag aufsuchen, da es aber gerade erst 12 Uhr war beschlossen wir, den guten Wind zu nutzen und bis Honningsvag weiter zu radeln. Diese rund 50 km bereiteten uns aber doch noch einige Mühe. Zunächst war ein 3 km langer Tunnel zu durchfahren, was kein Problem darstellte. Anders sah es da beim 7 km langen Nordkaptunnel aus. Hier führt die Straße 2,2 km steil hinab bis auf 212 m unter Meeresniveau ankommt. Dann ging es 2,6 km flach weiter und nun folgte auf der anderen Seite wieder ein 2,4 km langer Aufstieg. Das Ganze war doch recht mühsam und wir waren froh, wieder das Tageslicht zu erblicken. Belohnt wurden wir mit Ausblicken auf eine herrliche Berglandschaft mit wunderschönen Buchten. Auch viele Rentierherden bekamen wir zu sehen.  Leider fehlte meist die Sonne aber wir waren froh, regenfrei über den Tag gekommen zu sein. Kurz vor Honningsvag folgte nochmals ein 4,4 km langer Tunnel aber dann war es geschafft. Wir gingen noch Einkaufen, denn seit der Frühstückspause nach 45 km gab es keine Versorgungsmöglichkeiten mehr entlang der Straße. Unterkunft fanden wir hier für die nächsten beiden Nächte in der Jugendherberge in einem netten 2- Bett Zimmer.


Unterwegs nach Olderfjord


Posangerfjord


Verwitternde Felsen


Auf welliger Strecke


Unterwassertunnel


Vor Honningsvag


Honningsvag


Gestelle zum Trocknen von Stockfischen

 

14.06.2015   Honningsvag – Nordkap  65 km und 1272 Hm

Heute am Sonntag konnten wir ausschlafen, da es erst ab 7 Uhr Frühstück gab. Das Frühstücksbüffet war ganz ausgezeichnet und um 8:30 Uhr standen wir zur Abfahrt bereit. Der Wetterbericht versprach ganz passables Wetter. Zunächst aber nieselte es bei der Abfahrt aber schon bald besserte sich das Wetter und bis auf wenige Tropfen, über den Tag verteilt, blieb es trocken. Auch der Wind hielt sich heute vornehm zurück. Die ersten paar Kilometer verliefen auf fast ebener Strecke mit immer wieder herrlichen Ausblicken aufs Meer und viele kleine Seen.  Dann ging es erstmals in recht gleichmäßiger Steigung zwischen 5% und 10% hinauf auf 300 m Höhe. Der Bewuchs wurde immer spärlicher und es zeigte sich eine baum- und strauchlose arktische Landschaft. Dann ging es in rasanter Abfahrt wieder bis auf 50 m Höhe hinunter und in mehreren Wellen wieder auf 300 m hinauf. Dazwischen sahen wir immer wieder Rentierherden, die zwischen Schneefeldern und Moosen und altem Gras etwas zu fressen suchten.   So sammelten wir auf den 32 km bis zum Nordkap 788 Höhenmeter und erreichten diesen nach knapp 3 Stunden.
Damit hatten wir unser erstes großes Ziel, den Nordkap mit eigener Muskelkraft zu erreichen, nach insgesamt 2630 Kilometern und 13431 Höhenmetern geschafft.
Am Nordkap besuchten wir die Nordkaphalle, zu der der Eintritt für Radfahrer frei ist. Wir schauten einen interessanten Film an, der die verschiedenen Jahreszeiten in der Nordkapregion zeigte. Der Andrang hielt sich noch in Grenzen, obwohl auf dem Parkplatz viele Wohnmobile und Busse standen. Das Nordkap, das sich auf der Insel Mageroya befindet, die wir gestern durch den Nordkaptunnel erreichten, ist der nördlichste Punkt Europas, der auf der Straße erreicht werden kann. Direkt dahinter fällt der Fels nahezu senkrecht 300 Meter  ins Eismeer ab und bis zum Nordpol sind es nur noch 2093 km.
Nach etwa 2-stündigem Aufenthalt bei recht ordentlichem Wetter mit guter Sicht machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Honningsvag. Das Wetter besserte sich und immer wieder kam auch die Sonne etwas durch und wir erlebten eindrucksvolle Bilder. Nach etwas mehr als 2 Stunden waren wir wieder zurück in Honningvag, wo wir noch einkauften und dann in unsere Unterkunft zurück kehrten. Dann musste noch alles umgepackt werden für die morgige Schifffahrt, die wir gestern noch übers Internet gebucht hatten. Es wird wohl eine kurze Nach geben, denn das Schiff der Hurtigruten, die MS Kong Harald, legt schon um 5:45 Uhr ab.


Fahrt zum Nordkap


Ankunft am Nordkap


Nordkap


Rückfahrt vom Nordkap nach Honningsvag

Polarkreis überquert

07.06.2015   Tervola – Rovaniemi  77,6 km und 300 Hm

Heute waren wir während der gesamten Fahrt mit unserer kompletten Regenausrüstung unterwegs. Es regnete mal mehr, mal weniger und die Temperaturen lagen bei max. 10°C. Auf unserer Nebenstrecke, auf der wir fast alleine unterwegs waren, ging es immer wieder auf und ab und manchmal bekamen wir auch den Kemijoki zu sehen, der häufig zu einem mächtigen See aufgestaut wurde. Es gab keine Orte an der Strecke nur ab und zu waren ein paar Häuser zu sehen. Gegen 14 Uhr erreichten wir Rovaniemi, die Hauptstadt von Finnisch-Lappland. Dort gingen wir gleich einkaufen, was hier in Finnland, wie auch in den anderen nordischen Ländern, auch sonntags problemlos möglich war.  Durch große Straßenbaustellen mussten wir unseren Weg zu der von uns gebuchten Ferienwohnung suchen, die wir gegen 15 Uhr erreichten.


Regen, Regen, Regen


Am Kemijoki entlang

 

08.06.2015   Rovaniemi – Sodankylä  131,8 km und 688 Hm

Um 7 Uhr machten wir uns bei 4°C,  und leichter Bewölkung von Rovaniemi auf. Schon 8 km später erreichten wir Santa Claus Village, aber dort wo sonst ein riesen Trubel um den Nikolaus stattfindet, herrschte noch absolute Stille. Dort passierten wir auch den nördlichen Polarkreis. Es folgte ein ständiges Auf und Ab und das Wetter verschlechterte sich zusehends und wir mussten uns noch zusätzlich eine wärmende Schicht überziehen. Zum Glück erwischte uns nur ein kurzer Schauer aber den Wind hatten wir heute gegen uns und so gestaltete sich der ganze Tag recht mühsam. Zur Mittagszeit begegnete uns eine finnische Fernradlerin und gegen Abend trafen wir noch einen finnischen Radler, der Finnland umrundet. So, und durch die zahlreichen Seen, kam wenigstens etwas Abwechslung in den Tagesablauf. Auch die ersten Rentiere bekamen wir zu sehen. Nach 11 Stunden erreichten wir ziemlich erledigt den Campingplatz in Sodankylä, wo wir uns wieder eine Hütte anmieteten. Zum Glück gab es im Ort einen großen Supermarkt, wo wir noch einkaufen konnten. Sonst war unterwegs nichts zu finden.


Rovaniemi, das Tor zum Norden


Am Kemijoki


Santa Claus Village noch im Schlaf

 

09.06.2015   Sodankylä – Tankavaara  99,4 km und 393 Hm

Bei herrlichem Sonnenschein, aber immer noch kühlen Temperaturen von 10°C, machte das Radeln heute richtig Spaß. Lange Zeit ging es auf fast ebener Strecke und Windstille vorbei an zahlreichen Seen. Häufig begleiteten uns Flüsse, die zur Stromgewinnung aufgestaut wurden. Die Wälder wurden durchsichtiger und niedriger und immer wieder konnten wir einige Rentiere entdecken. Auch viele Moore trugen zur Abwechslung der Landschaft bei. Zwei Fernradler begegneten uns heute, bevor wir in der Goldgräberstadt Tankavaara unsere Tour für heute beendeten. In einer urigen Hütte kamen wir unter und hatten den Mittag über Zeit, die alte Goldgräberstadt zu besuchen.


Radweg am Fluss entlang


Wanderung auf Stegen durch das Moor


Kaffeepause


Unsere urige Hütte in der Goldgräberstadt Tankavaara


Hier kann man Gold waschen (das Wasser ist schon ganz goldig)


Eingang nach Tankavaara

 

10.06.2015   Tankavaara - Inari Lomakylä  111 km und 693 Hm

Schon um 6:30 Uhr saßen wir wieder auf unseren Rädern. Bei stark bewölktem Himmel  und leichtem Rückenwind kamen wir flott vorwärts. Ein längerer Anstieg musste bewältigt werden. Oben waren noch letzte Schneereste und eine steppenartige Landschaft zu sehen. Bei Ivalo gab es einen Radlertreff mit zwei Schweizerinnen und einem Finnen. Landschaftlich war es heute recht abwechslungsreich, da wir an zahlreichen Seen vorbei kamen, die einmal tief blau erschienen, wenn die Sonne sie beleuchtete oder ganz dunkel, wenn der Himmel mit dunklen Regenwolken bedeckt war. Es herrschte typisches Aprilwetter mit Sonnenschein und ein paar Regenschauern. Das einzig beständige am Wetter sind die derzeit herrschenden kühlen Temperaturen. Am Inarisee legten wir eine Mittagspause ein und aßen ein Rentiergericht. Die nicht auf dem Speiseplan befindlichen Rentiere kann man immer wieder neben der Straße beobachten, wenn sie die frischen grünen Triebe an den jungen Bäumen fressen. Inari hatten wir uns größer und interessanter vorgestellt, aber außer einem sehr teuren Supermarkt und einem Museum war nicht viel zu sehen. Lediglich der Inarisee, der doppelt so groß wie der Bodensee ist, zeigte sich noch einmal in schönem Blau. Etwa 10 Kilometer hinter Inari entdeckten wir einen sehr ruhigen Campingplatz und mieteten uns wieder eine kleine Hütte, die einsam direkt am See lag.


Rentiere kreuzen die Straße


Radlertreff


Inarisee


Es geht bei Regen am Inarisee entlang


Und dann wieder bei Sonne


Ausblick aus dem Fenster unserer Hütte zum nahen See

Elchalarm

03.06.2015   Oravais – Kokkola  90,7 km und 303 Hm

Große  Regenmengen fielen bei Nacht und bis in die frühen Morgenstunden. Wir waren froh, ein festes Dach über uns zu haben, denn am Morgen quietschte die ganze Campingwiese, wenn man sich auf ihr bewegte. Bei drohenden Wolken machten wir uns erst um 9:15 Uhr auf den Weiterweg. Wir wollten es wenigstens bis zum nächsten Campingplatz in 35 Km Entfernung schaffen. Wir wurden zwar weiterhin von dicken Regenwolken begleitet aber zum Glück behielten sie alles bei sich.
Nach 20 Kilometern verließen wir die E8 und fuhren auf der Landstraße, immer in der Nähe der Ostsee, nach Jakobstad. Dort legten wir eine Mittagsrast ein und immer wieder einmal blickte die Sonne durch die Wolken. Der Weiterweg nach Kokkola verlief auf Radwegen und gab immer wieder herrliche Ausblicke auf die seenreiche Landschaft frei. Um 15:15 Uhr erreichten wir den Campingplatz von Kokkola, wo wir uns wieder eine kleine Hütte anmieteten. Inzwischen kam auch immer öfter die Sonne durch aber der starke Wind und die kalten Temperaturen um die 11 °C blieben uns erhalten. 


Mitternacht in Oravais


Abfahrt nach einer regenreichen Nacht


Unterwegs nach Kokkola


Flößer


Das Wetter wird wieder gut

 

04.06.2015   Kokkola – Raahe  134,1 km und 315 Hm

In der Nacht hat es wieder geregnet und am Morgen hingen noch dichte Wolken über uns. Seit 2 Nächten wird es überhaupt nicht mehr dunkel. Die Helligkeit hindert uns noch etwas beim Einschlafen. Nach dem Frühstück in der Küchen-Essecke starteten wir zur Weiterreise. Es ging wieder auf der E8 weiter, die parallel immer wieder für längere Zeit  einen Radweg hatte. Mit Handschuhen und Stirnband schützten wir uns vor den immer noch kalten Temperaturen. Die Mittagspause verbrachten wir in einer kleinen Bäckerei bei Kaffee und frisch gebackenem Gebäck. Die 1. Tasse Kaffee kostet 1,50€, die weiteren Tassen waren wie meist umsonst. Auf der weiteren Strecke entdeckten wir plötzlich etwas im angrenzenden Wald. Es war ein Elch, der leider das Weite suchte, als Norbert ein Bild machen wollte. Vielleicht bekommen wir später noch einen vor die Linse. Der Wind blies heute nicht mehr ganz so stark, aber wir wurden überwiegend von ihm begünstigt. Gegen 15:30 Uhr erreichten wir Raahe. Dort suchten wir den Platz für Wohnmobile auf und mit Hilfe eines freundlichen Finnen wurde uns in dem daneben befindlichen Freizeitheim ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Das Haus wird eben erst für die bevorstehende Saison hergerichtet. 


Backstube


Leckeres Ergebnis


Elchalarm! Der Echte lief davon.


Holzerntemaschine


Bushaltestelle


Eingang zu einem landwirtschaftlichen Betrieb

 

05.06.2015   Raahe - Lin Sillat  121,3 km und 276 Hm  

Schon um 6:45 Uhr saßen wir heute bei 7°C auf unseren Rädern. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel und es ging wieder überwiegend durch bewaldete Gebiete. Häufig waren wir auf Nebenstrecken oder Radwegen unterwegs. Oulu, mit 127000 Einwohnern die nordfinnische Metropole, liegt an der Mündung des Oulujoki in den Bottnischen Meerbusen. Hier legten wir eine längere Mittagspause ein und aßen an einem der zahlreichen Marktstände Lachs, Elchhackbällchen und Elchwürstchen sowie Gemüse und Knoblauchkartoffeln. Von hier aus waren dann noch 45 Kilometer bis zu unserem Zielort Lin Sillat  zurück zu legen. Kurz vor 16:00 Uhr erreichten wir den dortigen Campingplatz und mieteten uns wieder für 35,-- € ein Hüttchen. Nach dem Duschen gingen wir nochmals in das nahe gelegene Städtchen, um unsere Einkäufe zu tätigen.


Ostsee bei Raahe


Marktstand in Oulu


Unser Mittagessen für 10,-- €


Oulu

 

06.06.2015   Lin Sillat  - Tervola  119,3 Km und 417 Hm

Bei wolkenlosem Himmel aber weiterhin sehr kühlen Temperaturen starteten wir um 7 Uhr in den neuen Tag. Teils ging es auf der E8, teils auf Radwegen, immer in der Nähe der Ostseeküste entlang. Leider sieht man auf der küstennahen Strecke selten einmal das Meer. Es ging, wie schon an den Vortagen, überwiegend durch den Wald. Die Qualität der Radwege ließ heute einige Wünsche offen. Viele Querrillen und sehr holprige Strecken schränkten den Spaß doch sehr ein. In Kemi erreichten wir den nördlichsten Punkt der Ostsee und machten Mittagspause. Danach ging es mit gutem Rückenwind am Kemijoki, dem mit 550 Kilometern längsten Fluss Finnlands, weiter. Kurz vor Tervola, unserem Zielort, begann es zu nieseln und ausgerechnet dort hatte Frieda einen platten Vorderreifen. Wir pumpten 2 x auf und erreichten so eine Tankstelle, in der wir uns nach einer Unterkunft erkundigten. Uns wurde dort ein Hotel empfohlen, das wir bei einsetzendem Regen erreichten. Dort flickten wir zunächst den platten Reifen und nahmen danach gerne das Angebot an, die Sauna zu benutzen. Mit einem guten Abendessen beschlossen wir den Tag.


Radweg


Unsere treuen Gefährten am nördlichen Ufer der Ostsee


Unsere Unterkunft in Tervola würde bei Sonnenschein zum Erholen einladen

Unterwegs durch finnische Wälder


Geplante Route durch Finnland bis zum Nordkap

 

29.05.2015   Stockholm – Turku mit der Fähre  8,9 km und 32 Hm

Schon um 5 Uhr standen wie auf, da wir um 6 Uhr am 5 Kilometer entfernten Ablegeplatz der Silja Line sein mussten. Dort standen wir dann knapp 1 Stunde bei 7°C im Freien und warteten,  bis die inzwischen angekommene Fähre entladen war. Dann konnten wir endlich auf die riesige Fähre rollen. Pünktlich um 7:10 Uhr legte sie in Richtung Turku/Finnland ab. Bei nahezu wolkenlosem Himmel machten wir uns auf die rund 11-stündige Fahrt. Lange Zeit ging es durch die herrliche Schärenlandschaft vor der Küste Stockholms, bevor es auf die offene See hinaus ging. Nach knapp     5 ½ Stunden steuerte sie Mariehamn auf den Aland Inseln an und verließ den dortigen Hafen schon nach 15 Minuten wieder. Auch die restliche Strecke bis Turku verlief fast ausschließlich durch Schärengebiete und so gestaltete sich die lange Reise doch recht abwechslungsreich. Auch heute wurde uns nie richtig warm, da die Klimaanlage uns immer frösteln ließ.
Die Uhr wurde in Finnland um 1 Stunde vorgestellt, so dass es hier schon um 2 Uhr morgens hell wird.


Unsere Fähre nach Turku


Fahrt durch die Schären


Beliebter Platz in Turku

 

30.05.2015   Turku – Rauma  102,1 km und 538 Hm

Heute starteten wir erst kurz vor 9 Uhr mit bedrohlichen Wolken am Himmel, die sich aber innerhalb kürzester Zeit auflösten. Die Route führte überwiegend durch hügeliges Gelände. Die meiste Zeit ging es durch Wälder, in denen es erst jetzt grün wird. Insgesamt ein angenehmer Radltag, bei dem uns der Wind wieder behilflich war. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Campingplatz in Rauma, wo wir wieder die einzigen Zeltgäste waren. Der Platz ist recht schön und wir hatten Kontakt zu einigen Wohnmobilfahrern aus Deutschland und Österreich.   


Wir testen die neue, im Bau befindliche, Autobahn


Finnische Kirche


Einsame Strecken durch finnische Wälder


Unser Zelt zwischen lauter Wohnmobilen

 

31.05.2015   Rauma – Merikarvia  113,2 km und 532 Hm

Nachts regnete es immer wieder und so warteten wir ab, bis der Regen aufhörte. Dann frühstückten wir und verließen den schönen CP gegen 9 Uhr. Mit gutem Rückenwind ging es bei teils sonnigem, teils wolkigem Wetter ins 52 Kilometer entfernte Pori. Auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße kamen wir bei ständigem Auf und Ab gut vorwärts. In Pori machten wir Rast und wärmten uns in einem Cafe auf. Nach 75 Kilometern wechselten wir auf eine küstennahe Landstraße. Viele Motorradfahrer  nutzten den Sonntag und befuhren die wellige und kurvenreiche Strecke in ruhiger Fahrweise. Wir hatten zwar wieder meist Rückenwind aber je nach Fahrtrichtung kam er auch von vorne oder von der Seite. Völlig ausgekühlt durch den kalten Wind erreichten wir den CP von Merikarvia, der wieder direkt an der Ostsee liegt. Wir bekamen für 35,-- € eine kleine Hütte mit Heizung, Kühlschrank und Kaffeemaschine sowie 2 Betten und einer Sitzecke. Auch für die kommende Nacht und den morgigen Tag wird Regen vorher gesagt und die lausigen Temperaturen um die 10°C sollen in den nächsten Tagen so bleiben. 


Abfahrt vom sehr schönen CP in Rauma


Unterwegs nach Merikarvia


Immer wieder kommen wir der Ostsee ganz nahe

 

01.06.2015   Merikarvia – Kristinestad 65,5 km und 242 Hm

Nach regenreicher Nacht starteten wir bei unsicherem Wetter um 8:15 Uhr. Der Wetterbericht sagte ab 9 Uhr Regen voraus, der aber erst kurz nach 9:45 Uhr einsetzte, als wir gerade 34 Kilometer zurück gelegt hatten. Zuflucht fanden wir in einer Raststätte und warteten bei Kaffee und einem guten Mittagessen den Regen ab, dessen Ende gegen 14 Uhr erfolgen sollte. Nach 6-stündigem Warten hörte der Regen endlich auf und wir setzten unsere Tour auf der nur wenig befahrenen Hauptstraße fort. Ein kräftiger Rückenwind unterstützte unser Vorwärtskommen deutlich und so kamen wir vor den immer wieder drohenden Wolken zum Abzweig nach Kristianstad. Der extrem stürmische Wind bereitete uns erhebliche Probleme beim Überqueren einer langen Brücke .Da auch für die kommende Nacht wieder mit Regen zu rechnen ist und ein gnadenloser Wind weht entschieden wir uns auch hier für eine Campinghütte.


6 Stunden warten auf besseres Wetter. Drinnen


Und draußen


Stürmische Ankunft in Kristinestad

 

02.06.2015   Kristinestad -  Oravais  153,3 km und 543 Hm

Nach einer stürmischen Nacht erwachten wir bei strahlendem Sonnenschein aber immer noch kühlen Temperaturen von 8°C. Bereits um 7:15 Uhr waren wir reisefertig.
Landschaftlich ist es durch das frische Grün zwar recht schön, aber seit wir durch Finnland radeln geht es vielfach durch den Wald und die Sicht ist dadurch stark eingeschränkt. Über eine Nebenstraße ging es heute durch meist offenes landwirtschaftlich geprägtes Terrain. In vielen Gewächshäusern wurde Gemüse herangezogen. Die vielen Rapsfelder, die wir in Schweden sahen, vermissen wir hier. Nach ca. 50 km kamen wir wieder auf die E8 und so nutzten wir den guten Wind und kamen nach weiteren 50 km schon in Vaasa, unserem eigentlichen Tagesziel, um 12 Uhr an. Hier legten wir eine Mittagsrast ein und schauten uns den Ort an und erfuhren von einem Finnen, dass für morgen wieder schlechtes Wetter voraus gesagt wird. Daher entschieden wir, nicht den CP in Vaasa aufzusuchen, sondern machten uns daran, einen Teil der für den nächsten Tag geplanten Route in Angriff zu nehmen. Auch am Nachmittag kamen wir noch ganz gut voran und entdeckten in Oravais einen netten, kleinen CP, auf dem wir uns ein Hüttchen mieteten. Seit Tagen suchen wir vergeblich  nach einem Internetzugang,  in dem wir auch die Wettervorhersagen einsehen können.


Holzkirche von Kristinestad


Unterwegs nach Vaasa


Viele Gärtnereien liegen an der Strecke


Die Wälder sind voller Heidelbeeren. Leider noch nicht reif.


Vaasa


Auch eine Kaffeepause muss immer wieder sein


Unser Häuschen in Oravais auf einem kleinen Campingplatz

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